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          Aus einem Brief an Ausbildungskandidaten/Innen vom 27.11.08

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Ich gehöre zu derjenigen Therapeutengeneration, die von der analytischen Therapie die Prozesslehre und die therapeutische Grundhaltung, von den humanistischen Therapien Kontakt, Begegnung und „die Andacht zur Wirklichkeit“ (Experiment, die faktische, konkrete Wahrheit) als Akzente übernommen hat. Darüber herrschte noch beim Psychotherapiegesetz 1990 weitgehender Konsens. Nun  hat sich anscheinend in manchen Instituten und Gruppierungen eine bedenkliche Änderung vollzogen. Es zählt nicht mehr die Eigenerfahrung (Eigentherapie) als Basis, es zählt alles, was man äußerlich studieren und statistisch darstellen kann..

Der Patient droht wiederum zu demjenigen  zu werden, von dem ihn Freud einst erlöst hatte: zu einem Objekt nämlich, das man lediglich nach methodischer Anweisung  therapieren müsste. Nun aber ist nach meiner Ansicht der Mensch niemals nur ein bloßes Objekt. Ich  sehe mich daher außerstande und will auch gar nicht Humanistische Psychotherapie als etwas Äußerliches darstellen. Es geht gar nicht, wenn man nicht auch Therapie konkret im Erfahrungsbereich darstellen darf. Es wird vielleicht Zeit brauchen, bis Sie alle selber sehen können, dass die Mühe gegen den Zeitgeist zu schwimmen mit einem heilsamen Therapieerfolg (so möglich) gelohnt wird. Das Humanum hat eben seinen Preis.  

                           
                                       
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