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          Der kollektive Unwille

Seit ungefähr sechs Wochen diskutiert die Öffentlichkeit über Todesfälle beim Komatrinken. Kein schönes Wort ist das: Koma wie „bewußtlos, halbtot, handlungsunfähig“ und Trinken wie „Saufen, Sau – Rauslassen,  Ich weiß nichts, ich war angesoffen!“. Die Frage „Wer soll jetzt was zum Schutz von Kindern und Jugendlichen tun?“  wird wie ein böses Bummerl im Kreise herumgeschoben.

Gewinnorientierte Gastwirte sollen auf Einnahmen verzichten? Wegen der Jugendlichen? Der Genosse Trend einfach stärker als sie, denn er stärkt sich aus Interessen und aus Verzweiflung. Interessen lassen sich ganz leicht marktwirtschaftlich rechtfertigen. Die Verzweiflung aber, die neben den Interessen auf ihre Chance wartet, bedroht uns alle ...

Viele Jugendliche haben sich aufgegeben und fangen mit unserem Erbe nichts an. Es sagt ihnen nichts und sie wollen es auch gar nicht mehr übernehmen. Der ganze Unterschied zu früheren Vorkommnissen dieser Art besteht in der machtvollen Verstärkung, die alle Gruppen-Mechanismen durch die Medien erfahren. „Mimesis“ – Anpassung heißt ein gefährlicher Verhaltensmechanismus. „Saufen sich alle weg, so bin ich mit dabei!“

Umso eindrücklicher wirkt das Beispiel derjenigen, die sich noch nicht aufgegeben haben. Menschen, die mit derart Süchtigen arbeiten, gehören dazu.

                           
                                       
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