| Der
Überfliegervertrag Irgendetwas Seltsames läuft in Österreich ab: Bawag, ORF, Eurofighter, BZÖ und Ministerposten, Gesetzesbrüche und Ortstafeln, ein schweigsamer Bundespräsident, usw. alles nach einer Regie, die nicht plausibel ist. Österreich in einem verwirrten Zustand möchte man sagen. Urteile von einst und Vorurteile von jetzt brauen sich zusammen. Und kein Ansatzpunkt zu einer Lösung? Der endlich an die Oberfläche geschwemmte Eurofighter-Vertragstext ist wenigstens eindeutig. Es handelt sich 1) um einen extrem schlecht verhandelten Vertrag, der 2) am Parlament vorbei geschleust wurde. Darin hat Österreich 3) viele Verpflichtungen, der Eurofighterlieferant nahezu alle Rechte. Selbst wenn 4) die Republik Papierflieger oder überhaupt keinen Flieger geliefert bekäme (worst-case-Szenario!) - müsste Österreich zahlen. Weshalb 5) der Vertrag im Verdacht der Sittenwidrigkeit steht und 6) der Herr Verteidigungsminister verblüffenderweise trotzdem sehr zufrieden ist und nicht an einen Vertragsausstieg denkt. Dafür gäbe es 7) Kompensationsgeschäfte sagen Wirtschaftstreibende. Wo? Welche? Mit wem? Die Antwort kennt nur der Wind und das ist auch klug so, denn nur dieser weht über Klagedrohungen einfach drüber. Humor ist wenn man trotzdem lacht? Auch wenn alleine der Ausstieg aus dem Vertrag eine Milliarde Euro kosten würde (überhaupt scheint die Milliarde die Euro-Grundeinheit für diese Causa zu sein.) Weil für den Normalbürger nicht mehr einschätzbar, bleibt ihm eigentlich nur ein klarer Schluß übrig: Entweder waren die Vertragsverhandler auf österreichischer Seite schlicht und einfach dumm und extrem inkompetent, oder wir müssen dunkle Mutmassungen anstellen. Beide Versionen sind unbefriedigend. Bleibt auf jeden Fall eine Frage übrig: Warum korrigierten sich die Vertragsverhandler nicht selber? Jede Gruppe hat doch ein Feed-back-System in sich. Natürlich nur, wenn sie nicht daran gehindert wird. Wurde sie? Oder war es dazu schon zu spät? Wer längere Zeit hindurch immer fest behauptet, dass alles bestens sei, verfällt seiner eigenen Darstellung. Irgendwann wirkt die stete Wiederholung auf den Sager zurück und schlägt ihn selbst mit Blindheit. Zufallsbefragte auf der Straße nehmen überwiegend finstere Machenschaften an. Man weiss nichts Genaues und es gilt natürlich die Unschuldsvermutung. (Blabla angesichts von Bawagkaribik etc.) Jedenfalls droht ein Milliardendesaster samt Glaubwürdigkeitskrise, ob nun im blauen Himmel irgendwelche Objekte (vom Papierflieger bis zum Eurofighter Tranche 1 oder 2 ) Österreich überfliegen werden oder nicht ... Diese Überfliegerversion wäre sogar verständlich. Sie lenkt die Blicke nach oben, obwohl auch der Eurofighter nur solange fliegt, bis er abstürzt und unten liegt. Menschen sind Wahrheitswesen. Trotz aller Interessen. |
|||||||||||||||||||
| > weitere Artikel | |||||||||||||||||||
| zurück |