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          Ein Danke ist fällig! Im Jahr 2007 ist KI 20 Jahre alt geworden

Ein Entwurf einer Kolumne ...

KI ist 20 Jahre  alt geworden. Fast unglaublich.

Es ist unübersehbar, dass die führenden  Redaktionsmitglieder inzwischen grauhaarig – und sagen wirs ehrlich – auch abgekämpft geworden sind. Nach wie vor sind sie „dem Konzil“ (natürlich dem 2. Vatikanum, welchem sonst?) verbunden und nach wie vor stehen sie hinter dem Kirchenvolksbegehren.  Das alles unverdrossen, obwohl die junge Generation überhaupt nicht zu wissen scheint, was „ Konzil“ eigentlich bedeutet und wieso das Kirchenvolksbegehren den vatikanischen Zorn über Österreichs Kirche nur noch vermehrt hatte. So ist KI auch innerkirchlich wirkungsvoll isoliert worden:

Natürlich lesen alle Kleriker und die Beamten in den Ordinariaten KI, aber ebenso will

natürlich niemand gerne seinen „guten katholischen Namen“ für KI hergeben.

natürlich ist es klug, zu leugnen, KI überhaupt zu kennen.

Tja, so ist die Welt und darin auch die Kirchenwelt. Das Basisprodukt KI ist genügend unbequem gewesen.

Wenn ein Team über 70 geworden ist, dann liegt die Zukunft wohl mehr „oben“ als „vorne.“

Fragen an das Team: Wem gebt ihr Eure Lebensarbeit weiter?

Übernehmen andere allmählich diese Arbeit?

Wird jemand auch bereit sein ins Geldtascherl zu greifen oder/und die Scheckkarte zu ziehen?

Obendrein gilt: Der Öffentlichkeit sind „Kirchenprobleme“ sowie schon fad geworden – sagen wir es einfacher: Ihr ist die Kirche ziemlich egal geworden....die Zeit des großen Interesses ist vorbei .

Für die Stammabbonenten und die Redaktion von KI ist jetzt eine  Zeit der Neuplanung  angebrochen.

Das ist sicher nicht einfach. All zu sehr haben wir uns daran gewöhnt gehabt, dass „der Pfarrer Schermann schon was schreiben wird“ ... sozusagen: „Einer für alle!“ Und er hat immer wieder „was geschrieben“ und immer wieder haben alle Feigen heimlich und alle Treuen offen sein KI gelesen. Hohe Stapeln von Veröffentlichungsbitten lagern auf seinem Schreibtisch. Sie sind die Folge seines Mutes und Engagementes.

Kirchlicherseits – so glaube ich zu wissen – wurde er so ziemlich gar nichts. Keine verschämtes Violett ziert ihn; kein Innitzerpreis, keine Stephanusorden, kein Monsignore-, kein Prälatentitel. Würde es mit gerechten Dingen zugehen, dann müssten viele von ihrem wunderschönen klerikalen Rot ihm einiges abtreten. Aber natürlich „kommt es darauf ja nicht an“, wie die Spirituellen sagen. Also löst sich das Problem KI ganz langsam von selber? Wird Pfarrer Rudolf Schermann sich aufgrund seines Alters, seiner dauernden Überanstrengung langsam selber zurücknehmen? Und auch  seine Team wird nicht anders können? Ist das eine konservative Option? Schon sind sich Pfarren wie „St Rochus ohne Volksaltar“ einig, dass es in 50 Jahren mit dem Volksaltar samt Liturgiereform  vorbei sein wird. Latein natürlich wiederum Kultsprache. (Obwohl es selbst „Innenstadtförster“ nachdenklich stimmen müsste, dass justament die auf die Ostung so eingeschworene Rochuskirche nach Südwesten hin gebaut ist. Also bestenfalls Richtung  Nachmittagssonne, die dann irgendwo zwischen Rom und den Kanaren im Meer versinken wird, keine gute Zukunft nicht wahr?).

Im Lauf der Dinge dieser Welt ist ein Jubiläums-„Danke“ an Rudolf Schermann leider nicht  vorgesehen gewesen.  Auch nicht für seine nächste Umgebung. Unzählige freiwillige und schlecht bezahlte Arbeitsstunden gibt es, die sie mitsammen aufgebracht haben, Es sind Privatkredite offen, die er zusammen mit seiner Mitarbeiterin Frau Pallinger aufgenommen hat, da ist die beständige Redaktionsarbeit von Frau Dr. Wessig,  vieler KI engagierter Christen und so ist vom ersten hektographierten Blattl weg bis heute KI eine „Aktivität der Basis“ gewesen. Im Guten wie im Fragwürdigen. Frage: Werden wir es fertig bringen, ohne KI Unterstützung der Resignation zu widerstehen?

Ich habe einmal „den Chef“ (wie Pfarrer Schermann in der Redaktion genannt wird) dazu gefragt. Seine Antwort: „Glaubst Du Richard, dass wir Christen in Ungarn seinerzeit mit einer derartigen Wehleidigkeit wie heute hier in Österreich den Kommunisten hätten Widerstand leisten können? Einen Glauben muß man  haben, dem Herrgott muß man vertrauen!“ setzte er hinzu. Ganz nach Art eines handfesten, frommen Landpfarrers kam er schnell auf den springenden Punkt. Um dann bei seiner persönlichen Bilanz zu bleiben: „Wegen mir, so glaube ich, ist noch niemand von den einfachen Christen aus der Kirche ausgetreten. Ganz im Gegenteil!“ Ein Seelsorger hat auch seine Würde und seine Ehre. Er hat sie beide  bewahrt. Deshalb hat er auch diesen Satz seinem Bischof direkt ins Angesicht gesprochen, als es wiedereinmal schwierig für ihn geworden war.

Vielleicht wäre  probehalber auch etwas Scham angebracht.

Diese Scham gelte der Tatsache, dass es unzählige Christen gibt, die sich „verkauft, verloren und vergessen“ fühlen. Sie sind für die Kirchenreformen - wie zu Beispiel den Volksaltar und die deutsche Liturgiesprache, sie sind nach dem Fall Groer Stiegen auf und ab gelaufen, sie haben als pastoralhelfende Laien zu Tausenden der Kirche gedient – aber mussten sich letztlich sagen lassen, dass Hirten nicht dazu da sind, ihre Wünsche beim Oberhirten in Rom zu vertreten. Hingegen umgekehrt die Hirten dazu da sind, die Wünsche des Oberhirten ihnen gegenüber klar zu vertreten ... Sie sind eben Kirchenschafe - und Schafe haben keine Stimme.(Das hätte man ja realerweise wissen  können sagen Insider)

KI gab ihnen deshalb eine, damit sie nicht ewig blöde blöken müssen. Denn „So geht das nicht!“ wie Pfarrer Schermann meinte. Sein Team unterstützte ihn dabei. So wurde er immer mehr zum Anwalt abgedrängter Randgruppen in der Kirche, Vergessener, Stigmatisierter, vieler Frauen aller Weihestufen und typischer Frauen-Schicksale, für Wiederverheiratet-Geschiedene, für verheiratete Priester ohne Amt ...  Ganz unversehens entwickelte sich das dem täglichen Evangelium entlang. Schön und schwierig für alle Beteiligten – wie alles, was Jesuanisch inspiriert ist...

Lieber Rudolf Schermann vielen Dank! Mögest Du viele jüngere Hände finden, die Dein KI auch finanzieren und mit Dir weitertragen können.

                           
                                       
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