| Eine
neue kuriale Enge droht! Vor
kurzem verwickelte ich mich was ja nicht sein
sollte! - am Ende des Sonntagsgottesdienstes in eine
Debatte: der Gang im Kirchenraum war eng, die Orgel
spielte wunderbar, das Kirchentor aus der Barockzeit
stammend eigentlich zu schmal - die Folge war ein
Gedränge. Der
regt sich ja schon wiederum auf! hörte ich
aus dem Munde eines bewährten, grauhaarigen
Kirchenmitgliedes. (Offenbar ging das mich an! Rasche
Gewissenserforschung - kein schlechtes Gewissen aufs
erste festgestellt, bleibt also nur Nachdenken und
Ruhe. Das versuchte ich zu tun und fand tatsächlich
einen möglichen Grund für eine neuerliche Empörung.
(Thomas von Aquin: Der Zorn hat die Eigenschaft,
ein Übel an der Wurzel anzuspringen!) Das
Übel war ein langer Bericht in Nummero 21 Christ
in der Gegenwart vom 22.Mai 2011 gewesen. Machen
wir es ganz kurz: Der Kurie steht das II.Vatikanische
Konzil noch immer kräftig im Wege. So schön könnte man
mit den Piusbrüdern Frieden schliessen, so prächtig
könnten kuriale Spitzenfunktionäre wiederum in
aller Öffentlichkeit mit pompösen Schleppen auftreten (
so wie der Liturgiekardinal aus Spanien)
.das
alles wäre erhaben, kulturell wertvoll, ein
Weltkirchenerbe sozusagen
nur leider leider,leider
hat dieser museale Kulturpomp nichts mit Jesus zu tun und
ist deswegen von unzähligen Interventionen vom
Konzil auf das menschliche und christliche Mass
zurückgestutzt worden. (Schlimm
genug dass unser Heiliger Vater so wunderbar leuchtende
rote Schuhe zu tragen pflegt, schlimm, daß er die
Konzilsliturgie als unwürdig empfindet,
hingegen die päpstlichen Auftritte offenbar als
sehr würdig .(Fließendes Latein, blaugoldene
Kelchverzierungen, alles eben sehr würdig
.die
Frau Nagy und der Herr Novack aus den Stadtrandsiedlungen
können doch mühelos vor Ehrfurcht bei Ihrem Anblick
erschauern-oder?) Machen
wir es nochmals kurz: Es
geht sicher nicht um die Sandalen , die Jesus nicht
anhatte, als er missionierte. Aber sehr wohl geht es
darum, zu einer substantiellen Einfachheit
zurückzufinden, die den göttlichen Bereich
repräsentieren könnte, ohne ihn gleichzeitig zu
verstellen
Bernhard
von Clairvaux (Hochmittelalter) zum Beispiel soll
den himmlichen Bereich mit Länge mal Breite mal
Höhe umschrieben haben. Franz von Assisi zögerte
nicht, teures Altargerät zugunsten der Armen zu
verkaufen, und so weiter
.Die Briefe des Hl.Johannes
von Gott, des Stifters der Barmherzigen Brüder, sind
herzzerreissend anklagend über den Hochmut der Reichen
und das Elend der Armen. Alles unwürdig? Und
die Aufrufe unserer Caritasverantwortlichen, ob sie nun
Küberl heissen mögen oder Pfarrer Pucher, ob sie
im Vinzibus gestrandete Menschen aus ihrem Elend
herausführen oder sonst wie tätig sein mögen
.alles
unwürdig weil stillos, weil zu simpel
..
Schluß
also mit diesen Verdeutlichungen- jeder und jede von uns
kann sie für sich weiterführen
. Dass
aber der Papst eine gänzlich neue kuriale Führungsebene
still und leise installiert hat, ihr Führungsgewalt
übergeben hat, also ein bisher traditionell den
Bischöfen zustehendes Feld zur Bestellung
überlassen hat, (fern den Menschenrechten, fern dem
bewährten Kirchenrecht
.) das
ist wirklich würdelos oder wie es kurial heißt unwürdig.
Darüber müssen wir uns klarer werden. Es ist eine sehr
gefährliche Situation entstanden. Es gab ja auch schon
faschistische kirchliche Gebilde (KZ-ähnlicher Struktur)
in jüngster Zeit. Der
österreichische Kurienbischof Hudal etwa wäre da zu
erwähnen, der SS-Mannschaften zur Flucht verhalf,
was etwas ganz anderes war , als Erbarmen und Güte
Der
regt sich schon wiederum auf! könnte man
auch da sagen. So etwas klingt vornehm wissend, von ganz
oben herab, ist aber leichtfertig, wenn man wirklich die
Lage kennt. Eine
Bitte am Ende: Studieren Sie die Situation, fragen Sie, informieren Sie sich. Lassen Sie sich in ein Gremium wählen, mischen Sie sich ein, überlassen Sie nicht unsere Kirche naiven , alten Damen und Herren, die resigniert haben und müde geworden sind. Und danken Sie auch einmal Leuten wie Herbert Kohlmaier von der Laieninitiative, den Frauen und Männern vom Kirchenvolksbegehren, Pfarrer Schermann etc etc |
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