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          Ein Selbstmordversuch der EU?

Der Zug in Richtung Türkeibeitritt, lange Zeit als Untergrundbahn geführt, rast plötzlich in offener Bauweise  dahin. Obenauf steuern ihn  die Manager aus Politik und Wirtschaft. Unten drunter aber liegt die europäische Bevölkerung, die im wahrsten Sinne des Wortes politisch überfahren wird: Keine Volksbefragungen, kaum Zeit zur Diskussion, wenig Information, dazu noch  eine  effektive Geheimdiplomatie.... Der EU - Normalbürger ist der Überfahrene. Er sitzt einmal nicht in Brüssel und auch nicht in Strassburg. Er sitzt in Berlin -Kreuzberg oder Wien–Ottakring. Europa als Hort der Demokratie hat ihn  offenbar aufgegeben. Dafür bekommt er sein EU-Desinteresse vorgehalten. Aber wozu soll er sich interessieren, wenn er sowieso überfahren wird?

Seine Anrainerrechte? Wer weit vom Schuss ist, ist offenbar tonangebender. Zum Beispiel Grossbritannien, Finnland, Deutschland. Auffalend die abfällige Wortprägung „Christenklub“,  man hatte sie keinem anderen Bekenntnis zumuten dürfen ...

Was in Brüssel jetzt verhandelt wird, ist eine Sache. Was aber die Bevölkerung dabei verliert, ist eine andere. Sie verliert nämlich ein Stück ihrer Heimat. Nach allen Umfragen lehnt sie deswegen den Türkeibeitritt ab,. Nur damit klar ausgesprochen ist, was am Spiel steht, sei es wiederholt: Die persönliche Identität der EU – Bevölkerung benötigt als Hintergrund „die Heimat Europa“. Zur „Heimat“ gehört Geschichte, Mentalität und Gestaltung des Lebensraumes. Sozialtherapeutisch ist das sehr wichtig!

Viele Veränderungen mögen tolerierbar und auch rechtens sein. Man muss sie nur noch emotional aushalten können. Schon die EU – Ostererweiterung war ein sehr grosser Brocken (an Sprachen, Geschichte, Mentalitäten), der verdaut werden muss. Das ist längst noch nicht geschehen. Wie soll auch jemand, der nicht diplomatisch zu reisen die Chance hat, sich  in der EU zu Hause fühlen?

Was wird mit dem Unbehagen geschehen, das sich einzuschleichen beginnt? Schon jetzt ist die „Vision Europa“  dahin. Wie soll man auch ein sehr grosses Land mit seiner asiatisch - islamischen Mentalität integrieren, das sich gar nicht integrieren will, weil es die eigene Ehre verbietet, was und die Frauenrenrechte nicht gewährleistet? 10.000 Asylanträgen mit dieser Begründung wurde stattgegeben, sagt man. Läuft ein Teil der EU in Hinkunft einem anderen Teil der EU als politischer Flüchtling davon?

Neue Tabus müssen erlernt oder auch verlernt werden: Darf man ebenso kritisch über den Koran sprechen, wie Europa es gewohnt ist über die Bibel zu tun? Darf man nach Armenien, Kurdistan, Zypern fragen, ohne das EU – Einvernehmen zu stören?  

Man bräuchte jetzt man erst einmal Zeit, um miteinander ins Klare zu kommen. Und auch Zeit, die eigene Geschichte und Identität neu in Besitz zu nehmen. Sonst wird das emotionale System der EU destabilisiert und kein Innenminister wird helfen können. Das Problem  liegt also gar nicht an der Türkei, es liegt vor allem an der EU, die mehr zu können vorgibt, als sie vermag.

Ein begeisterter EU - Selbstmordversuch  ist im Gange. So lautet die nüchterne Diagnose. Die Weichen sind gestellt. „Auf Wiedersehen EU!“ müsste man ehrlicherweise rufen. „Ehe Du zur Heimat werden konntest, bist Du uns auch schon entrissen worden, nur weil unsere Eliten sich keine nachdenkliche Zeit gönnen, den Koran nicht kennen, vom Christentum nichts wissen wollen und sich dafür einem Wachstum verschrieben haben, das vorgeblich Frieden sichern soll?“

                           
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