| Europa
in der Sackgasse Das alte Europa hat viele Herzen und viele Kronen, die nie verdunkeln sangen Reste der studentischen Jugendbewegung in den Fünfzigerjahren. Man schimpfte sie dafür Schwärmer und Monarchisten Viele Herzen und viele Kronen mögen schon irgendwo leuchten, liess man sie wissen, aber In jenem Kreisverkehr, in den die EU Politiker eingefahren sind, wo steht da die Exit Tafel? Herodot beschrieb eine ganz ähnliche Situation schon vor 2600 Jahren: Von Europa weiss kein Mensch, weder ob es vom Meer umflossen ist, noch wonach es benannt ist, noch wer der war, der es benannt hat. Immerhin kennen wir Europa, eine phönizische Königstochter. Und auch die Meere kennen wir jetzt, die Europa von drei Seiten begrenzen, nicht aber den exakten Verlauf der Ostgrenze. Sie ist seit jeher ein offenes Problem. Was bleibt ist die Einsicht, dass Europa mehr eine menschliche Grundhaltung denn ein Wohnort ist. Was bleibt ist auch der Euro, ist eine Neukonstruktion der Geschäftsleute. Sie waren ja schon in der Antike die Hauptverbreiter der christlichen Religionen, sie haben etwas Verbindendes zuwege gebracht, obwohl sie weltlich auf Gewinn aus waren. Was bleibt ist auch ein Richtungswechsel: So wie Hunnen und Mongolen einst von Osten nach Westen gestürmt sind, um Europa kriegerisch abzuernten, so ziehen jetzt Großkonzerne von Westen nach Osten: Arbeitsplätze sind billig, Bedürfnisse ungesättigt. Mit dem antiken Europa und den Kämpfen zwischen Päpsten, Kaisern, Katholiken, Protestanten und Orthodoxen hat das scheints wenig zu tun. Dennoch: Ob Heidentum, Christentum oder Islam oder Aufklärung der Euro integriert alles, aber erklärt nichts. Er ist zwiespältig.Das teilt er mit der französischen Revolution. Ihr folgte kein Reich aus Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit. Und auch der Großen Russischen Revolution folgte kein Friedensreich des Weltproletariates. Nichts wie Licht und Schatten, Plus und Minus. Europa das vielfältig - zwiespältige Experiment? ( Am besten lässt sich über die EU urteilen, wenn man voll überzeugter Unwissenheit ist. Alles andere macht die Sache kompliziert sagt ein Student..) Diese Situation ist aus Therapien wohl bekannt. Sie heisst dort Engpass. Auf ihn trifft man, wenn man menschliche Entwicklungen analog zur Entwicklung im Mutterleib zu verstehen sucht Jeder Geburt geht dann eine ausweglos scheinende Einengung voraus, ein Engpass. Europa steckt in nach dieser Sichtweise im Geburtsgang und hat nur die Wahl, durch die Schrecken der Ratlosigkeit durchzugehen, (und ja nicht zurückzustreben, nach Mekka, Rom oder nach Kreta etwa.).Oder abzusterben ... Ein Drittes gibt es da nicht!. Also geht es im Augenblick darum, das Wort Europa als eine Zukunftsaufgabe, eine Chance gleich einer Geburt nahe zu empfinden. Es genügt nicht, dass wenige Europaabgeordnete das Erlebnis des neuen europäischen Bewusstseins in EU Gremien erfahren haben. Auch genügt es nicht Toleranz, Religionsfreiheit etc. wie rettende Fahnen vor sich herzutragen, wenn gleichzeitig die Gefahr des Fanatismus und der religiös verstärkten Todessehnsucht (Twintowers!) Städte und Länder zu vernichten droht. Den Wahnsinn zu kontrollieren ist auf demokratische Weise noch nie gelungen. Entweder wir schaffen eine zweite Aufklärung oder wir gehen zugrunde - eine Notwendigkeit ohne Alternative. Europa hat eine Bringschuld gegenüber der Welt. Es ist aus einiger Distanz betrachtet ein unglaublich krisengeschütteltes aber reichhaltiges Ergebnis alter Bemühungen, die der Menschheit gehörten. (Aus einem Kommentarentwurf) |
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