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          Missbrauch von Kindern: Wie entkommt man dem Teufelskreis?

Zwei Jahrtausende lang überging man die sexuelle Entwürdigung von Kindern.
Nun aber ist es soweit: Der (tapfere) Jesuitenorden hat seine Mitschuld  eingestanden. „Wir haben weggesehen! Wir haben die Täter lediglich  örtlich versetzt.“  
Staatliche Gerichte ermitteln nun in Hunderten von Fällen (was die Opfer betrifft).Und lösen Erschrecken aus, denn noch die Akademie Platos (etwa 500 v.Chr.) kannte diesen Sachverhalt kaum. Die Frage lautete damals: „Was lernen wir von Plato über die Liebe?“ und nicht: „Wie geht es dem betroffenen Buben dabei? Was ist später aus ihm geworden“? Dieser Perspektivenwechsel ist grundlegend  für die Zeit nach der „Aufklärung“- die im Englischen als „the age of enlightenment präziser bezeichnet wird. Eine  „Erleuchtung“ also war am Werk.
Ein Frage, die viel beschäftigt: „Wieso gibt es justament unter gläubigen Christen – besonders auch unter katholischen Klerikern derart viele Fälle von Pädophilie?“ Hat sie etwa die Erleuchtung nie erreicht? Müssten nicht gerade diese es wesentlich besser wissen als „Normalmenschen“?
„Müsste“ ist die Möglichkeitsform. Der Klerus der Kirche aber ist dem Phänomen nach ein Männerbund. Ihn verstört nur das Frauliche fundamental und emotional. Frauen sind also zu fürchten – Knaben sind da viel harmloser: sie kann man nicht heiraten (keine „Gelegenheit zur Todsünde“ dem Männerbund gegenüber), sie gebären keine Kinder, die Geschlechtsverkehr verraten könnten, und zeigen statt dessen viel mehr anschmiegsame  Schwäche. Ihnen gegenüber wird man leichter zum Mann: Priester sind meist gutwillige Jugendliche gewesen, die pflichtgemäß dem Risiko der irdischen Liebe ausweichen mussten, um Priester werden zu dürfen Es blieb ihnen das Problem der Einsamkeit und der lebenslangen Isolierung, um es bleiben zu können. Niemand kann ihnen wirklich helfen, solange sie nicht zugeben können, dass ihr Kirchen-Glaube ein Teil des Problemes ist, in dem sie stecken, wie sich weltweit zeigt.
Tragischerweise. Denn das Problem mit der Sexualität ist kein spezielles Kirchenproblem und Männerbünde gibt es mehrere. Es wäre eine übergreifende Zusammenarbeit notwendig, um bessere Lösungen, für Opfer und Täter zu finden. „Wegschauen, einsperren, zahlen!“ kann nicht alles sein, wenn es um die Würde von Kindern geht.

                           
                                       
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