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          Versuch einer PAPSTBEFREIUNG

Worüber man nicht mehr schweigen kann,

darüber muß man offen reden, besonders in einer „Lebensberatung.“

·        Denn es gehört zu den therapeutischen Grunderfahrungen, dass Offenheit nahezu immer besser ist als noch so kluges Schweigen.

·        Denn es gehört auch zur Würde der Wahrheit, ihr die Ehre der  offenen Bezeugung zu geben. („Weils wahr ist“ ist die  fast mantrische Schlußformel vieler Debatten.)

            Also schlage ich als kleine Übung für leicht schreckbare Menschen vor, zuerst tief Aus- und dann Einzuatmen (am besten 3 mal !) um dann der Tatsache ins Angesicht  blicken zu können,  dass  

       A.    das 1. Vatikanische Konzil (1870) den Päpsten eine unmenschliche, nicht tragbare Machtfülle zugebilligt hat. Es fand, dass ein Papst  nicht nur der höchstrangige Lehrer der Kirche ist,

er ist auch ihr höchster disziplinärer Richter. Gegen seine Entscheidungen kann man  kein kirchliches oder staatliches Recht anrufen,. auch kein Konzil oder eine Bischofskonferenz.

 Alles andere an Ausdeutung dieser Beschlüsse ist eigentlich ein Wischiwaschi , geeignet gutwillige Jugendliche  zu beeindrucken – aber leider nicht zutreffend. Daher zum Vergessen….(.Und wenn der ganze Petersplatz und alle Fußballstadien Südeuropas beben sollten vor Begeisterten – die so produzierte  psychische Energie ist das Material, mit dem ein machtfülliges Idol errichtet worden ist und wird.

So ist die Ordnung der Kirche im Augenblick und das sind  die Folgen: DER PAPST KANN EINFACH MACHEN, WAS ER WILL.

    B.    Befreien wir also einen gutwilligen Gläubigen, der sich bereit erklärt hatte, als Papst zu dienen, von dieser Machtfülle.

Sie bedrückt ihn in ehrlichen Stunden und wenn nicht ein Wunder geschieht, ruiniert sie still und schleichend  sein Inneres.

  Fragen wir konkret: Was bewirkt diese Machtfülle beim Träger?

  • Wenn er es gut aushält, dann belohnt ihn ein pompöses, abgelenktes und verzerrtes Leben.
  • Wenn das nicht möglich sein sollte – folgt bald eine zunehmende Desorganisation des „psychischen Apparates“ – wie man zu Freuds Zeiten gesagt hätte.

Wir verstehen: Wenn jemand sein psychisches Gleichgewicht verloren hat, dann  stimmt nichts mehr in seiner  psychischen Organisation zusammen. Entscheidungen kann er  nicht mehr  treffen,  Depressionen lauern überall auf ihn und drücken  seine persönliche Lebendigkeit nieder!

            C. Darum: Es ist keine billige Propaganda, wenn ich für die Parole eintrete:

Befreit unsere Päpste von ihrer untragbaren Machtfülle.

Wir alle und jeder (jede) einzelne von uns kann dem Papst die auferlegte Last erleichtern.

Dazu die folgenden Impulse, die auch nicht simpler sind als andere in der Bibel  tradierte.

  • Entscheidet doch selbst, was ihr aufgrund von Taufe, Firmung und Vernunft selbst entscheiden könnt.
  • Vernetzt Euch untereinander, damit ihr mehr Sicherheit im Denken Fühlen und Handeln gewinnen könnt.
  • Nützt den so gefundenen   Mut, um  prägnant zu sein: „Dummheit“ ist beim Namen zu nennen und „Unvernunft“ eben als „Un - Vernunft“ zu bezeichnen.
  • Außerdem: Vermeidet jede Art von unangemessener Spekulationsüberschwemmung. Bleibt bei dem, was  Ihr von Vorbildern im Glauben  empfangen habt, duldet nicht mehr die von Heiligen und Seligen aller Jahrhunderte praktizierte Frauenverachtung,

         nicht die Sexverachtung und

         die Verachtung der redlichen philosophischen Aufklärung.

  • Und bleibt m Boot. Viele andere brauchen euch noch. Die  ehemaligen Länder der Monarchie  wussten viel über das Militärwesen in Theorie und Praxis, aber abgesehen von den Texten der Mozart-Opern war von der positiven Aufklärung wenig ins Volk gedrungen. Was wußten sie also? Das rächt sich jetzt zunehmend. 
  • Ihr wisst doch, dass es im Glauben um nur eure Liebe zu Gott geht und um die Gegenwart des Auferstandenen Jesus unter Euch und unter uns allen – ob Freund oder Feind.

Wenn Euch das zu simpel vorkommen mag – was durchaus sein kann - dann  denkt nach, ob ihr dazu eine wirkliche Alternative habt, die sich leben lässt und für die es sich lohnt, die Lebenszeit einzusetzen..

Und weil das alles Anstrengung genug erfordert, gebt dem Papst die Ehre und ruiniert ihn nicht mit einer Überfülle von Erwartungen, sondern befreit ihn von seiner unerträglichen Machtfülle…..

Handelt dafür selber, wie es euch euer Gewissen eingibt.

Das wird auch ihn erleichtern.

                           
                                       
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