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Tabus rund um die Integration Die jähe emotionale Explosion, die das multikulturelle Holland erschüttert, wäre eigentlich voraussehbar gewesen. Man hätte nur über die zahlreichen Tabus nachdenken müssen, die das nähere Hinsehen auf bedenkliche Situationen verhinderten und einen multikulturellen Scheinfrieden vortäuschten. Das hatte Spannungen von grossem Ausmass erzeugt. Sie suchten sich ihr Sündenbock Opfer. Nicht viel anders ist die Situation hierzulande, wenn man sie mit therapeutischer Nachdenklichkeit betrachtet. Tabu 1 : Identifizieren nur nicht hinsehen! Ein Beispiel dazu: Ein Integrationsbeauftragter soll irgendwo vor Lehrern ein Referat halten. Statt diesem spielt er eine CD eines afrikanischen Asylanten - Trommlers ab. Ich glaube, diese Musik wird Ihnen allen mehr sagen, als ein langes Referat von mir! Man hört einige Minuten Trommelrhythmen und einen schrillen, klagenden Gesang: Diesen Song muss ich Ihnen übersetzen! sagt der Referent. Der Text lautet Bei mir zu Hause, war ich ein berühmter Musiker! Jetzt aber bin ich in Österreich ein Nobody! Bedeutungsvoll nicken die jugendlichen Zuhörer. Ja, so geht es uns allen! Hier sind wir ein niemand! ist die emotionale Botschaft, in der man sich zusammenfindet. Die gekonnte Erzeugung schlechten Gewissens bei den Gastgebern, die leichtfertige emotionale Verbündung mit dem Trommler bewirkt das Wegsehen von wichtigen Fakten. Aus einem Asylsuchenden wird so unversehens ein Darsteller in einem Psychodrama. Solange das so bleibt, verhindert das emotionale Interesse aller Beteiligten dessen Integration und Eigenverantwortung. Geschieht Vergleichbares öfter, dann entsteht ein eigenes Milieu, eine Sonderwelt, die ein Sonderrecht beansprucht und die Menschenrechte für unerheblich erklärt. Wird der Integrationsbeauftrage imstande sein, dem Trommler den Respekt vor österreichischen Gesetzen, die Kenntnis der Landessprache und eine brauchbare Berufsausbildung nahe zu bringen? Zweifel sind angebracht. Denn seine eigenen Ansprüche hängen sich an die Ansprüche des Trommlers. Tausendfältig im konkreten Inhalt ist es doch immer derselbe Mechanismus, der zuschlägt. Tabu 2: Was geht uns das an, was in den Moscheen, was in den islamischen Familien vorgeht? Unsere Toleranz entlarvt sich so als simple Gleichgültigkeit. Jeder wie er will! Ein Event jagt den anderen und wenn dessen emotionaler Reiz abgestumpft ist, dann muss eben, eine Tenagergeneration schamlos im Showbusiness verheizt werden. Westlicher Lebensstil gemäss den EU - Werten? Wen wundert es, dass fundamentalistische Familien als stärkeres seelisches Kraftfeld erlebt werden? Mit der Keule der Kirchengeschichte wird dann der Rest erledigt: Frauenrechte? Denk an die Hexenprozesse! Terror? Denk an die Kreuzzüge! Als ob man nicht heute etwas Besseres fordern müsste als gestern! Dazu kommt das Tabu 3: EU Funktionäre sprechen vom Christenklub, der die EU nicht ist!. Sie
sprechen nicht von einem Islamklub,
sondern vom Islam- eine verräterische
Sprache. So kann man sich eher vorstellen, einen EU
- Klub in den Islam zu integrieren als umgekehrt. Tabu 4 setzt noch eins drauf: Da kann man nichts machen, das Migrationsgeschehen hat uns alle überrollt! Dieser Satz, der mit statistischer Untermauerung von Experten, zur Resignation verführen kann, ist der bedenklichste. Man kann schon etwas machen: Jeder und jede kann das. Man kann die Dinge beim Namen nennen ohne wegzuschauen. Man kann den zahllosen Menschen, die so viel Hilfreiches zuwege gebracht haben, öffentlich danken, man kann von Islamische Organisationen verlangen, sich öffentlich und wirkungsvoll von allen Tätern zu distanzieren, ja sogar solidarisch mit den Opfern, auf das politische Kopftuch zu verzichten,. Man könnte daraufhin die Moschee von Cordoba den Islamis und die Hagia Sophia von Istanbul den Christen zurückgeben. Man könnte auf allen Ebenen einen wirklich kundigen Dialog suchen, keinen naiven! Wir Europäer könnten leerstehende Kirchen durchaus wiederum füllen, statt sie als Immobilie zu verkaufen. Denn die EU - Werte der Aufklärung bleiben abstrakt, wenn sie nicht gefeiert und von ihrem religiösen Ursprung her behütet werden. Das alles (und noch viel mehr) könnte man tun. Das Tabu 4 ist falsch. |
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