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          Warum nicht?

Seit rund 40 Jahren wird in der katholischen Soziallehre über die „Grundsicherung“ diskutiert, Seit mindestens 30 Jahren auch  in sozialpolitisch engagierten Gruppierungen Österreichs.. Alles ist daher längst durchdacht, gerechnet und diskutiert worden. Plus und Minus liegen auf dem Tisch. Rein rational scheint das Plus die Überhand zu haben. Warum gibt es also nicht schon längst eine Grundsicherung für sozial Schwache, Benachteiligte, für Arme und vom Schicksal Ausgesteuerte? So wie das auch die katholische Soziallehre vorsieht?    Die Antworten darauf  stecken alle im Irrationalen. Das macht die Sache so schwierig.

Bewerten wir die Antwort 1:. „Da könnte ja jeder kommen!“
Ein typischer Satz von Menschen, die weder nachdenken können noch teilen wollen. Denn es kommen vor allem wirklich Notleidende und deren Nachbarn, die das nicht mehr mitansehen können. Die Menschenwürde ist unteilbar. Hat sie der eine verloren, verspielt sie demnächst auch der andere.

Die 2. Antwort: „Wer nichts leistet, soll auch nichts essen!“ Überdies macht „Arbeit frei.“ Wer nichts arbeitet ist eben unfrei und hat nichts zu essen.

Denn „Nur der Stärkste überlebt“ ( 3. Antwort): Jede Grundsicherung verzerrt aus dieser Sicht den freien Wettbewerb der Starken im Überlebenskampf.

Dagegen wird „Soziales Erbarmen“. eher negativ bewertet? Warum? Nur weil es im Trainigsprogramm für „Helden“ fehlt?

Die therapeutische Frage zur „Grundsicherung“ ist einfach: Bringe ich es fertig, mein Leben  mit allen, die auf dem Planeten leben, zu teilen?

 Oder sind wir schon zu krank dafür ? Zu verrückt? Müssen wir noch zwei oder drei Planeten (die wir gar nicht haben),  auffressen  und werden wir dann noch immer nicht satt sein?

Bei der finanzierbaren „Grundsicherung“ geht es lediglich darum, dass niemand neben uns darben muss, während Nachbarn ein Trainigsprogramm im Wegschauen absolvieren müssen.

Das Herz vieler Menschen spricht laut genug für diejenigen, die hungrig in einem Bus gefahren sind, in dem alle anderen satt sind. Bischöfe, wie der von Linz propagieren daher die Grundsicherung. Er folgt die jahrzehntelang vertretenen Grundtendenz der katholischen Soziallehre. Die Bischofskonferenz aber ist darüber gespalten. Ganz so wie die Politik. Es ist tragisch, dass postwendend ihr Vorsitzender das Bemühen des Linzer Bischofs abkanzelt. Eine vergebene Chance! Ein Zeichen der Hoffnung ist dahin! Was wäre das für ein Aufwind für die Menschenwürde gewesen, hätte sich die Bischofskonferenz hinter die Initiative ihres Linzer Mitbruders  gestellt.

Vorläufig  geht es aber mehr um Diplomatie, um Rücksichten, um die reine Wirtschaftslehre etc., obwohl alle Bischöfe sicher den letzten Sozialhirtenbrief im Schreibtischladerl liegen haben ...

Da kann man leider nichts machen.  Es bleibt aber trotzdem dabei: Wir könnten mit der Grundsicherung einen Schritt zur „Menschenwürde für alle“ schaffen. Und damit unsere eigene retten.

„Könnten“ ist die Möglichkeitsform.

                           
                                       
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