| Wenn
ein Kasperltheater plötzlich auftaucht Was tut man als einfacher Christenmensch, wenn einem die Missbrauchsvorwürfe auf den TV Schirmen weh tun? Weil man das Kasperltheater der Bilder nicht mehr aushält? Weil plötzlich das Bild, das man von der "Mutterkirche" in sich trägt in zynischer Weise verzerrt ist? Weil die eigenen Seelsorger kollektiv ihre Ehre und ihr Prestige verloren haben, weil man nicht mehr weiß, wem man überhaupt vertrauen kann? Was tut man da? Man wendet sich an die "Hirten der Kirche". Also an die Bischöfe. Heutzutage findet man sie in den Medien. "TV aufdrehen bitte!" Allabendlich flimmern sie daraufhin irgendwo über den Bildschirm. Aber scheinbar sind viele von ihnen restlos verwirrt, ratlos, vollgestopft mit kraftlosen und obendrein falschen Phrasen. Sie sind irgendwie in eine Oper gegangen, und finden den Ausgang nicht mehr. So scheint es. Die Missbrauchs-Opfer drückt ihr Leid, die Täter rutschen die soziale Leiter hinab an die letzte Stelle, die Kasse wird knapp .Aber immer noch scharen sie sich um Worthülsen, klammern sich an Sätzen fest die überhaupt keinen Sinn mehr ergeben. Was soll zum Beispiel die Rede von der "Gnadengabe des Zölibates" konkret bedeuten? Inflationär wird dieses Bild gebraucht- aber es ist längst inhaltlos geworden. Es steht keine persönliche Erfahrung mehr dahinter.Dass es gelegentlich gut ist, wenn man alleine und ungebunden ist, weiß man, dass jener uralte Laienbruder aus Maria Enzersdorf ja vielleicht nicht so unrecht hatte, wenn er zum Zölibat meinte: "Einesteiles bin ich ja wiederum froh!" . man kann das alles verstehen. Aber das sind skurille Quasteln an einem Vorhang, der schon längst zerschlissen ist. Also mal genau hinsehen:" Die Gabe des Ehelosigkeit!" ist eine Schimäre. Hat sie irgendjemand gesehen? Hat jemand eine wirklich Glaubenserfahrung mit dieser Gabe gemacht? Ein Ordenspriester konnte auf diese Frage keine Auskunft geben. "Das verstehen sie einfach nicht!" befand er. Dachte man doch sowieso schon von sich selber auch. Denn stets ist man selber schuld: Beim letzten Einkehrtag nicht aufgepasst, zu oft auf die Frauenseite der Kirche geblickt, die jüngeren Frauen lieber angesehen als die unansehnlicheren älteren( (wie der Hl.Dominikus am Sterbebett noch bekannte.) Das Bedürfnis nach Zärtlichkeit und Kontakt tapfer hinuntergeschluckt. "Dann einige Gläser Wein getrunken und abends den Fernseher aufgedreht. Die Soap-Operas liefern die Bilder eines trügerischen Paradieses. Rosamunde Pilcher lässt alle Serienschauspieler und -Innen in herrlichen Schlössern und Landschaften lieben. "Endlich dann wiedereinmal eingeschlafen !" ..Vier Monate später war der Kaplan, der solches ganz offen in einer Runde erzählte, an Krebs gestorben. Ein klassischer Aktivstentod im Ambiente des 21. Jahrhunderts. Ein Märtyrer der nicht lebbaren Lebensumstände, die wir inzwischen ausgespart haben für unsere Seelsorger. Sie sollen ruhig versandeln und verkommen .- oder was? "Der Zölibat ist ein Geschenk Gottes an seine Kirche!? Alles was rote Talare tragen darf oder danach Sehnsucht hat, kennt diese Leerformel. Sie ist betrügerisch. Und sie unterstellt Gott ein Grausamer zu sein. Das abendliche TV diskutiert noch immer, wieso Kleriker bei Kindern Nähe und Zärtlichkeit suchen? Darauf gibt es eine sehr schmerzende Antwort: Weil diese Kleriker nicht mehr wissen, wie sie sich selber retten könnten von einem Absturz in die unmenschliche Tiefe. Der schreckliche Abyssus droht und "ruft den anderen Abyssum" herbei! Aber unser heiliger Vater und seine zumindest selige Kurie und demnächst heiligen Bischöfe stehen für ihren abendlichen Auftritt malerisch gewandet. Sie haben sogar etwas getan. Sie haben eine Kommission eingesetzt. Die wird das "Ausschleichen aus dem Zölibat" vorbereiten . Iinnert der nächsten 50 Jahre!" hört man. Aber man hört ja so viel zur Zeit! "Verdammt nochmals, ist das kühn" könnte man denken! "Und so rasch alles? Jedenfalls wird er dann davongeschlichen sein aus der lateinischen Kirche, der heilige Zölibat; Ob das den wirklich zahllosen Opfern dieser Situation helfen wird? Das scheint Nebensache, denn die Runde der alten Männer rund um ihren alten Papst mit den müden Augen und dem klugen Hirn, in dem viel Wissen und einige Sprachen gespeichert sind- aber ein riesiges Loch an der Stelle zu füllen wäre, wo es schlicht um Solidarität und Mitmenschlichkeit ginge, um eine Füllfeder, die eine bessere Disziplinarverfügung unterschreiben dürfte, um ein "tapferes Herze" das "in jetzigen Zeiten leben will" wie schon der Parademarsch der kaiserlichen Armee im 30-jährigen Krieg zu singen wusste. Und tatsächlich: sollen die Frauen solange zuwarten, bis auch der letzte Monsignore den rot paspulierten Talar ausgezogen "und den Herrn Jesus angezogen haben "wird? Es ist gut, letzteres zu versuchen.- Hier der Liedtext: "Wer jetzig Zeiten leben will, muss haben ein tapfres Herze. Es seind der argen Feind soviel, bereiten uns groß Schmerze! Da heißt des stehn ganz unverzagt in unserer blanken Wehre! Das sich der Feind nicht an uns wagt! Es geht um Gut und Ehre! Geld nur regiert die ganze Welt dazu noch kommt betrügen! Wer sich sonst noch so redlich hält muß dennoch unterliegen! Rechtschaffen hin! Rechtrschaffen her! Das sind nur alte Geigen! Betrug Gewalt und List vielmehr! Frag du, man wird dirs zeigen!" |
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